Katholische Pfarrei St. Marien Limbach-Oberfrohna

Viel Platz am großen Tisch

50 Litauer besuchen vor dem Weltjugendtag Limbach

Freie Presse, 8. August 2005

Mitglieder der Katholischen Jugend Limbach-Oberfrohna bei der Vorbereitung der Tage der Begegnung -Foto: A. Seidel

Limbach-Oberfrohna/Köln/Chemnitz. “Ein Weltjugendtag erstmals in Deutschland – das ist etwas Großes. Die einmalige Gelegenheit, ihn mitzuerleben, wollten wir uns nicht entgehen lassen.” Cordula Stolle, 38, ist mit ihren drei Kindern jung geblieben. Vor neun Jahren rief sie die Sternsringer in Limbach-Oberfrohna ins Leben und begleitete ihre Kinder. Jetzt, kurz vor dem ersten Weltjugendtag in Deutschland, ist Cordula Stolle als Organisatorin wieder mittendrin im Vorprogramm an der Seite ihrer größer gewordenen Kinder und bereitet mit den Mitgliedern der Katholischen Kirchgemeinde St. Marien den Aufenthalt von 50 Litauern in der Großen Kreisstadt im Vorfeld des Weltjugendtages vor. Zu der Veranstaltung vom 15. bis 21. August werden hunderttausende Menschen in Köln erwartet. Vom 11. bis 15. August finden zunächst die Tage der Begegnung mit 150.000 ausländischen Gästen in den deutschen Diözesen statt. Rund 500 Franzosen und Litauer kommen in die Region. Ab kommendem Donnerstag nehmen sie in Chemnitz, Zwickau, Limbach­Oberfrohna, Stollberg, Flöha, Glauchau und Kirchberg an diesem Teil des Programms teil, um anschließend gemeinsam mit rund 300 Jugendlichen aus dem Regierungsbezirk Chemnitz nach Köln zu reisen. Bei einem Treffen im Dekanat Chemnitz hatten die Katholiken aus Limbach-Oberfrohna sich gern bereit erklärt, Gäste vor dem Weltjugendtag aufzunehmen. “Den Bus nehmen wir”, haben sie sich dann vor vier Wochen über eine Ankündigung von 50 Litauern jeden Alters gefreut. So stand das freitägliche Treffen der Jungen Gemeinde in der 1997 eingeweihten Katholischen Kirche an der Waldenburger Straße diesmal im Zeichen des Weltjugendtages. Am Mittwochabend kommen die Gäste der Katholischen Jugend im Chemnitzer Land an. Die jungen Leute nehmen sie in ihren Familien auf. Auch am langen Tisch in der Essecke von Cordula Stolle werden vier der Pilger sitzen. “Wir haben viel Platz. So wird man nie alt”, freut sich die Limbacherin, am Leben ihrer Kinder und der Gemeinde teilhaben zu dürfen. Frieda Stolle, eine ihrer Töchter, engagiert sich in der Jungen Gemeinde. Die Mutter ist stolz, was die Mädchen und Jungen auf die Beine stellen: “Gut 25 junge Leute treffen sich, verreisen zusammen, machen Musik.” Und sie treffen gemeinsam mit Cordula Stolle die letzten Vorbereitungen für das Besuchsprogramm der Gäste vom Baltikum. Am Donnerstag lernen die Gäste auf dem “Touristischen Tag” bei einer Radtour das Muldental und Schloss Wolkenburg kennen. “Für Donnerstagabend laden wir alle Jugendlichen, gleich welcher Glaubensrichtung, zum Lagerfeuer aufs Kirchgelände an der Waldenburger Straße ein.” Dort halten sich Gastgeber und Gäste auch beim “Sozialen Tag” am Freitag auf. “Wir wollen einen Baum pflanzen, unser Kinderzimmer renovieren, das Kinderhäuschen streichen, den Komposthaufen umsetzen und das Gemeindefest am Sonntag vorbereiten.” Am Wochenende wird Zeit für Begegnungen und Gespräche sein, bevor die Litauer und auch junge Leute aus der Großen Kreisstadt zum Treffen der katholischen Jugend der Welt reisen. Dann wird auch im Hause Stolle wieder etwas Ruhe einziehen. Zielstrebig hat Cordula Stolle ihre Arbeit in der katholischen Kirche in diesem Jahr auf dieses Ereignis Weltjugendtag ausgerichtet und will ihre Kinder an diesem Fest des Glaubens und der Begegnung teilhaben lassen. Berührungsängste oder Sprachbarrieren gegenüber den Englisch und etwas Deutsch sprechenden Gästen habe man nicht, verweist Cordula Stolle auf das Motto der hiesigen Katholischen Jugend: “Ein Fremder ist nur ein Freund, den man noch nicht ken­nen gelernt hat.”

(grit/KR) – www.jugend-limbach.de.tt