Katholische Pfarrei St. Marien Limbach-Oberfrohna

Kinder schaffen was!

Sternsinger sammeln 3523 Euro für Projekt in Bangladesh.

Stadtspiegel 03/2006

„Kinder können was bewegen, Kinder können Segen sein. Kinder
schaffen was“, mit diesem und anderen Liedern waren im Januar die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde „St. Marien“ im Stadtgebiet unterwegs. In vier Gruppen besuchten die Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren mehr als 100 Familien und Einrichtungen, um die Häuser mit dem Segenswunsch „20*C+M+B*06“: Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus“ zu versehen und Spenden für notleidende Kinder zu sammeln.
Traditionell waren die Sternsinger auch im Rathaus zu Gast, wo sie
am 11. Januar von Oberbürgermeister Dr. Hans-Christian Rickauer
empfangen wurden. Als Beispielland der Hilfsaktion wurde dieses Jahr Peru ausgewählt. „Da die Einkommen der Familien sehr gering
sind, sind die Kinder gezwungen zum Unterhalt der Familien beizutragen.
Aber viele Kinder leben auch als Straßenkinder und müssen
für ihren Unterhalt selbst sorgen. Dabei verrichten die Kinder viele
Tätigkeiten, wie z.B. Schuhe putzen, Müll sammeln, Lasten tragen
und anderes. Viele Kinder verdienen sich auch durch das Verkaufen
von Kleinigkeiten etwas Geld. Wir haben deshalb auch selbst so
einen Bauchladen gebastelt, um dies darzustellen“, berichten die
Sternsinger dem Stadtoberhaupt und zeigen stolz ihren schmucken
Bauchladen. Doch nicht nur das, auch die Kronen haben sich die
Sternsinger selbst angefertigt. Der 6-jährige Aaron trägt sogar schon
seine zweite Krone. „Bei der ersten sind die Edelsteine abgefallen“,
erzählt er. Mit sichtbarer Begeisterung begleitet er die Lieder auf
einer Trommel – dem Bongo. Nein, lange üben musste er dafür nicht.
„Er ist ein Naturtalent“, lacht die Mutti. Nachdem die Kinder ihre
Lieder gesungen hatten, konnten sich die Sternsinger nicht nur über
einen Beitrag für ihre Spendenbüchse, sondern auch über Süßigkeiten
freuen, die der Oberbürgermeister für sie bereit hielt.
Seit vielen Jahren unterstützen die Sternsinger unserer Stadt ein
Projekt in Bangladesch. Die Lebensbedingungen der Kinder in diesem
Land sind katastrophal, jedes zwölfte Kind stirbt, bevor es fünf
Jahre alt ist. Doch die meisten Krankheiten sind vermeidbar. Grundvoraussetzung dafür ist sauberes Wasser. Durch die Spenden tragen die Sternsinger dazu bei, dass Wasserpumpen installiert und
Toiletten gebaut werden. So eine Toilette kostet nur acht Euro. Dank
des Sternsinger-Projektes hat sich die Gesundheit der Bevölkerung spürbar verbessert. Es wird Aufklärungsarbeit betrieben und die
Kinder lernen, wie wichtig es ist, sich die Hände mit Seife zu waschen,
damit sich Krankheiten nicht ausbreiten können. Inzwischen beginnen die Familien, die Ratschläge der Kinder und der Gesundheitshelfer zu befolgen. Diese Erfolge machen auch die Kinder in unserer Stadt froh, tragen sie doch mit jedem Euro, den sie gesammelt haben dazu bei, dass diese Projekte fortgeführt werden können.
„Wir sind stolz auf die 3523 Euro, die wir in diesem Jahr gesammelt haben“, freut sich Felizitas Deckwart, die eine Gruppe der Sternsinger
begleitet hat. „Bei der Vorbereitung der Sternsingeraktion lernen die Kinder viel über die Lebensumstände armer Kinder. Für mich ist das Spendensammeln die Möglichkeit, die ich habe, um Kindern zu helfen, die so weit entfernt leben. Schön ist, dass wir die Projekte in Bangladesch langfristig begleiten und auch Rückmeldungen erhalten. Dadurch können wir uns über die Erfolge mitfreuen“, hebt Felizitas Deckwart hervor.

Nach ihrem Besuch im Rathaus marschierten die Sternsinger schnurstracks in die Stadthalle, wo sie von Geschäftsführer Heinz Lay schon erwartet wurden, der nicht mit Lob sparte, denn auch hier klappte das Programm der kleinen Sänger hervorragend.