Katholische Pfarrei St. Marien Limbach-Oberfrohna

Frieda trommelt zwischen Litauen und Afrika

Leiterin der kath. Jugend Limbach-Iberfrohna betreut 25 junge Leute – Pläne für einjährigen Aufenthalt in Afrika

Freie Presse 13./14. August 2005


Frieda Stolle in der katholischen Kirchgemeinde Limbach.
Foto: A.Seidel

Limbach-Oberfrohna. Tote Hose oder Leben in der Bude? „Freie Presse“ fragte junge Leute aus dem Chemnitzer Umland, wie sie ihre Freizeit verbringen.

„Wenn viele Leute, die den gleichen Glauben haben, zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern, finde ich das beeindruckend“, freut sich Frieda Stolle. Mit 25 jungen Leuten aus der Limbach-Oberfrohnaer katholischen Pfarrei St. Marien und 50 litauischen Gästen fährt sie am Montag zum 20. Weltjugendtag nach Köln. Die 17-Jährige leitet die Katholische Jugend Limbach-Oberfrohna: „In unserer Gruppe machen etwa 25 Leute von 14 bis 19 Jahren mit. Dazu gehören auch einige, die nicht kirchlich gebunden sind.“

Gemeinsam mit den drei Sprechern der Gruppe, Freizeitangebote und auch Arbeiten zu organisieren, macht Frieda Spaß. Nicht nur wie jetzt, wenn Besuch aus Litauen zu Gast ist, gibt es viel zu tun. Pro Jahr gestalten die jungen Leute drei bis vier Jugendgottesdienste. Da müssen Gebete und Fürbitten vorbereitet werden. Der Chor, der ein Teil der Katholischen Jugend ist, muss die passenden Lieder einstudieren. „Wenn die Erwachsenen sehen, dass wir uns in die Gemeindearbeit einbringen und einen gelungenen Gottesdienst vorbereiten, ist das schon ein gutes Gefühl“, erzählt das Mädchen: „Viel Hilfe bekommen wir von unseren Familien, die sehen, dass wir etwas Sinnvolles machen und uns deshalb unterstützen.“

Ihr Domizil haben die jungen Leute im Pfarrzentrum an der Waldenburger Straße. Zu den Jugendabenden, die regelmäßig stattfinden, laden sie sich gern Referenten ein. Auf diese Weise erfuhren sie viel über die Gefängnisseelsorge und den neuen Papst Benedikt XVI. Zum jüngsten Kochtag bereiteten sie natürlich ein litauisches Nationalgericht zu: „Zeppelaine“. Das sind Klöße, gefüllt mit Gewiegtem, die in Specksoße mit Zwiebeln serviert werden. Bei der vom Dekanat Chemnitz organisierten Sportveranstaltung machen die Limbacher ebenfalls gern mit. Bei Fußball-, Handball- oder Volleyballturnieren kommen stets mehr als hundert Leute.

Für die angehende Zwölftklässlerin des Gymnasiums Limbach bleibt trotzdem noch Zeit für Hobbys, vor allem für Musik. Frieda singt im Jugendchor der Schule mit und lernt bei dem aus Ghana stammenden Musiker Kwashi Safroh das Trommeln. Damit schlägt sie den Bogen zur afrikanischen Kultur, die sie fasziniert.

Gut vorstellen kann sich Frieda, nach dem Abitur ein Jahr lang auf dem schwarzen Kontinent zu arbeiten. Bis es soweit ist, müssen sie und ihre Freunde in Limbach-Oberfrohna Probleme lösen. Ein Sprecher der katholischen Jugend geht jetzt in Amerika zur Schule. Frieda und die zwei übrigen Sprecher gehen wahrscheinlich 2006 weg. „Bis dahin müssen wir jüngere Leute mit der Arbeit vertraut machen“, weiß das Mädchen. (SO)